Sascha Meier, MdL (GRÜNE) für den Landkreis Kassel: „Ohne tragfähiges Konzept steuert die Landesregierung den Flughafen sehenden Auges in die Sackgasse.“
Der Flughafen Kassel-Calden ist strukturell defizitär und bislang nur durch Steuergelder überlebensfähig. Ab April 2027 greift das verschärfte EU-Beihilferecht. Dauerhafte Betriebskostenzuschüsse werden dann rechtlich massiv begrenzt. Die Landesregierung hat bis heute keinen Plan, wie der Flughafen danach finanziert werden soll.
Ein Gutachten der GRÜNEN Landtagsfraktion beziffert die reale Belastung auf rund 8 Mio. Euro jährliche Defizite plus etwa 12 Mio. Euro abgeschriebene Investitionen Jahr. Gleichzeitig stehen weitere Investitionen an, für die es ohne neue Kapitalspritzen keine Perspektive gibt.
Anfang 2025 stellte der Flughafen zusammen mit Prof. Dr. Richard Klophaus am Kassel Airport in Calden eine Studie zur „Regionalökonomischen Bedeutung des Flughafens Kassel“ vor.
Der GRÜNE Landtagsabgeordnete Sascha Meier kritisiert: „Schon 2013 stellte Prof. Dr. Klophaus eine ähnliche Studie vor. Damals wie heute werden Tourismusflüge und die Entwicklung des Gewerbegebiets vermischt. Dabei haben sich Unternehmen wie ZF oder Airbus keineswegs wegen der touristischen Flüge oder der dafür nötigen Infrastruktur, etwa Berufsfeuerwehr oder Terminalbetrieb, hier angesiedelt. Die Landesregierung rechnet sich den Flughafen schön. Das ist, als würde man den FC Bayern beauftragen, eine Studie über die gesellschaftliche Bedeutung des Profifußballs zu schreiben.
Fakt ist: Kassel-Calden schreibt rote Zahlen und es gibt keinen tragfähigen Plan für die Zeit nach 2027.“
Meier fordert einen klaren Kurswechsel: „Wenn der Flughafen eine Zukunft haben soll, wäre ein Verkauf an einen privaten Betreiber eine der wenigen Möglichkeiten, die ins Auge gefasst werden müssten. Ein privater Betreiber entscheidet dann eigenständig, ob, wie und in welcher Form der Flughafen weiterbetrieben wird. Genau diese Möglichkeit ist unter den europarechtlichen Rahmenbedingungen die einzig realistische Perspektive.“
Zugleich müsse das Land fest zusagen, freiwerdende Mittel konsequent in die regionale Wirtschaft Nordhessens zu reinvestieren:
„Jeder Euro, der nicht länger in ein defizitäres Staatsprojekt fließt, gehört in Infrastruktur, Mittelstand und Zukunftsinvestitionen für die Region.“
Ohne Privatisierungsstrategie und ohne Zukunftsplan für die Zeit nach 2027 handelt die Landesregierung verantwortungslos. Wer weiter auf Zeit spielt, gefährdet den Standort
Kassel-Calden und blockiert dringend benötigte Investitionen in Nordhessen.