Geplante Streichung der Kostenübernahme trifft Kommunen und Ehrenamt gleichermaßen
Die hessische Landesregierung plant, ab 2027 die bisherige Kostenübernahme für die Teilnahme hessischer Kommunen an der Kampagne STADTRADELN einzustellen. Für den Landtagsabgeordneten Sascha Meier ist diese Entscheidung ein falsches Signal für den Klimaschutz und die Förderung nachhaltiger Mobilität.
„Mit der Streichung der Förderung spart die Landesregierung an der falschen Stelle. STADTRADELN ist weit mehr als ein dreiwöchiger Wettbewerb. Die Aktion bringt Menschen aufs Fahrrad, stärkt das Bewusstsein für klimafreundliche Mobilität und unterstützt Städte und Gemeinden dabei, den Radverkehr weiterzuentwickeln“, erklärt Meier.
Bislang hat das Land die Teilnahmegebühren übernommen. Künftig müssten Städte und Gemeinden diese Kosten selbst tragen. Angesichts der angespannten Haushaltslage vieler Kommunen befürchtet Meier, dass zahlreiche Städte und Gemeinden künftig auf eine Teilnahme verzichten müssen.
STADTRADELN hat sich zu einer der erfolgreichsten Mitmachaktionen für nachhaltige Mobilität entwickelt. Allein 2025 beteiligten sich in Hessen mehr als 79.500 Menschen aus 364 Kommunen. Die Kampagne fördert den Radverkehr, stärkt das Miteinander vor Ort und liefert wichtige Daten für den Ausbau der Radinfrastruktur. Auch Kinder und Jugendliche werden durch das Schulradeln frühzeitig an nachhaltige Mobilität herangeführt.
Wie erfolgreich das Konzept ist, zeigt der Landkreis Kassel: Dort beteiligten sich letztes Jahr 19 kreisangehörige Kommunen am STADTRADELN. Mehr als 3.000 Radfahrerinnen und Radfahrer legten über 615.000 Kilometer zurück und vermieden rund 101 Tonnen CO₂. Landrat Andreas Siebert bezeichnete STADTRADELN deshalb als „weit mehr als nur einen Wettbewerb“, sondern als ein starkes Bekenntnis zu nachhaltiger Mobilität und mehr Lebensqualität.
„Gerade weil der Landkreis Kassel zeigt, wie erfolgreich STADTRADELN sein kann, muss das Land diesen Weg weiter unterstützen, statt ihn auszubremsen. Solche niedrigschwelligen Angebote motivieren Menschen, das Fahrrad häufiger im Alltag zu nutzen, und stärken die Nahmobilität vor Ort“, so Meier.
Die geplante Streichung reiht sich nach Ansicht Meiers in eine Serie von Kürzungen im Bereich der Nahmobilität ein. Bereits das schulische Mobilitätsmanagement, die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen und weitere Maßnahmen seien betroffen.
„Über 72.000 Hessinnen und Hessen haben sich für eine echte Verkehrswende ausgesprochen. Statt dieses Engagement zu unterstützen, baut die Landesregierung funktionierende Strukturen ab. Wer ernsthaft Klimaschutz, sichere Mobilität und lebenswerte Kommunen will, darf erfolgreiche Programme wie STADTRADELN nicht opfern. Die Landesregierung muss ihre Entscheidung korrigieren und den Kommunen wieder ein verlässlicher Partner werden.“