Sascha Meier, MdL: „Die Reinhardswaldschule darf nicht zum nächsten landeseigenen Leerstands- und Verfallsobjekt werden.“
Fuldatal 9. Oktober 2026. Die Zukunft der Reinhardswaldschule in Fuldatal ist weiterhin ungeklärt. Nachdem die Landesregierung angekündigt hat, den Seminar- und Tagungsbetrieb spätestens 2027 einzustellen, liegt bislang keine belastbare Entscheidung über die weitere Nutzung der landeseigenen Liegenschaft vor.
Der Landtagsabgeordnete Sascha Meier, zuständig für den Landkreis Kassel, thematisiert die offenen Fragen deshalb erneut in einer Kleinen Anfrage. Er will unter anderem wissen, was aus dem öffentlich diskutierten Interesse eines Trägers aus dem Bereich der sonderpädagogischen Bildung und Betreuung geworden ist, wann die Landesregierung davon erfahren hat und wie die Beschäftigten informiert wurden.
„Die Landesregierung hat die Schließung mit wirtschaftlichen Gründen begründet. Damit endet ihre Verantwortung aber nicht“, erklärt Meier. „Wer eine landeseigene Einrichtung aufgibt, muss sicherstellen, dass die Gebäude gesichert, die Beschäftigten informiert und tragfähige Perspektiven entwickelt werden.“
Besondere Bedeutung kommt dem baulichen Zustand der Liegenschaft zu. Teile der Reinhardswaldschule stehen unter Denkmalschutz beziehungsweise sind Bestandteil einer geschützten Gesamtanlage. Meier fordert deshalb ein aktuelles Zustands- und Schadenskataster sowie einen verbindlichen Zeitplan für die Einstellung des Betriebs, die Räumung und die weitere Nutzung.
„Ein längerer Leerstand wäre angesichts der denkmalgeschützten Bausubstanz nicht nur kulturpolitisch problematisch, sondern könnte auch erhebliche Folgekosten für das Land verursachen“, so Meier. Die Landesregierung müsse offenlegen, welche Maßnahmen zum Schutz vor Feuchtigkeit, Frost, Vandalismus und unbefugtem Zutritt vorgesehen seien und welche jährlichen Kosten nach der Schließung entstünden.
Zugleich müsse geprüft werden, ob eine öffentliche oder gemeinwohlorientierte Nachnutzung möglich sei. Dazu gehörten unter anderem Bildungs- und Fortbildungsangebote, sonderpädagogische Einrichtungen oder andere Nutzungen im öffentlichen Interesse.
„Die Reinhardswaldschule ist ein Bildungsstandort mit einer starken regionalen aber auch überregionalen Bedeutung. Das Land muss seiner Verantwortung vor allem für die Beschäftigten und die Region gerecht werden und gemeinsam mit Landkreis, Gemeinde Fuldatal und möglichen Trägern eine Zukunftsperspektive aufbauen.“ fordert Meier abschließend.